[Buchbesprechung] Buchland von Markus Walther (Hörbuch)

Bereits 2013 habe ich Buchland auf Pudelmützes Welt besprochen. Seitdem begleitet mich dieses Buch und diese Reihe. Es ist das Buch, das mich bis heute in eine tiefe Lesekrise gestürzt hat und an dem sich jedes Buch messen muss. Egal ob phantastisch oder nicht. Ich habe damals schon gemunkelt das es eines Tages ein Hörbuch dazugeben wird. Und was soll sagen, heute bespreche ich das Hörbuch zu diesem Titel. Es ist übrigens das erste Hörbuch, welches überhaupt bei Acabus erschienen ist. Daran sieht man auch, wie wichtig dem Verlag dieser Titel zu sein scheint.

Aber worum geht es in Buchland?

Das ist gar nicht so einfach zu erklären. Die Story an sich lässt sich gut so zusammenfassen: Beatrice Liber nimmt eine Stelle in dem Antiquariat von Herrn Plana an. Herr Plana ist ein Auktoral. In seinem Keller liegt das Buchland und hier muss Bea ihr wohl größtes Abenteuer bestehen. Denn das Leben ihres Mannes ist in Gefahr. Sein Lebensbuch ist im Soll.

Was macht Buchland so besonders?

Das ist für mich besonders schwer in Worte zu fassen. Ich denke, man kann es am einfachsten so ausdrücken: Buchland ist eine Liebeserklärung an das geschriebene Wort. An all die Bücher, die es vereint und an all die Geschichten, die in diesen erzählt werden.

Ich habe Buchland nicht das erste Mal gelesen, na gut gehört schon, und trotzdem entdecke ich jedes Mal wieder etwas neues. Denn Markus Walther hat hier etwas geschaffen, das kaum einer schafft. Er hat so viele Anspielungen auf andere Bücher mit eingebaut, Anspielungen versteckt und somit ein Gesamtkunstwerk erschaffen, ohne das die Geschichte darunter leidet. Egal ob Goethe, Poe oder Moers. Das sind die, die mehr oder weniger auffallend mir immer wieder begegnen.

Zudem hat er eine Welt in Herrn Planas Keller geschaffen, die größer ist als Buchhain von Walther Moers und fantastischer als Michael Endes Phantásien. Die Reise die Bea und Herr Plana unternehmen ist so gefährlich wie spannend. Der Tod und das Wispern des Buchlandes sind ihr ständiger Begleiter. Mal auf die eine, mal auf die andere Art und Weise.

Die beiden Hauptakteure, Beatrice Liber und Herr Plana sind sehr gut gezeichnet. Gerade Herr Plana hat von Anfang an eine Aura die einem Auktoral würdig ist. Bea blüht nach und nach auf und entfaltet ihr ganzes Potenzial mit jeder Seite mehr. Welche Figuren mir zudem sehr gut gefallen haben sind Goethe und der Tod. Wer das ist oder was es mit diesen Figuren auf sich hat, müsst ihr selbst erlesen oder erhören.

Wie war das Hörbuch?

Von dem Buch bin ich restlos begeistert. Ich habe es als limitierte Hardcoverausgabe und als E-Book. Nun jetzt noch das Hörbuch.

Markus Walther hat dies selbst gesprochen. Man muss dazu sagen, dass er aus Rösrath kommt. Das liegt einen Katzensprung von Köln entfernt und man hört da einen „leichten“ Akzent. Was ich persönlich immer sehr spannend finde, ist, wenn ein Autor selbst liest. Denn er liest das Buch so rüber wie er es sieht. Die Betonung ist komplett eine andere, als wenn es ein professioneller Sprecher machen würde und man lernt ein Buch komplett neu kennen. Das Phänomen kenne ich auch von Lesungen.

Aber macht das auch beim Hörbuch sinn? Naja, sagen wir mal so, es war Interessant, man gewöhnt sich dran. Aber ich glaube in dem Fall wäre ein zweiter Sprecher für Bea gut gewesen, denn auch wenn Markus Walther sehr viel Erfahrung in Lesungen hat, hat mir teilweise die Unterscheidung zwischen den Figuren gefehlt. An den Kölsch-Einschlag habe ich mich nach und nach gewöhnt, ich habe mich zudem gefragt warum ich der Meinung bin er müsste hochdeutsch sprechen. Er könnte sein Laden ja auch irgendwo in Köln oder umzu haben. Insgesamt ist es eine sehr schöne Produktion, aber verbesserungswürdig. Was dem Titel aber selbst nicht schadet. Ich werde es sicher auch noch das eine oder andere Mal hören und hoffe das die anderen beiden Teile noch folgen werden.

 

Ach ja, 2013 habe ich auch gesagt das dieses Buch verfilmt werden muss. Ich bin mal gespannt wann Acabus das hin bekommt 😉

Buchland Book Cover Buchland
Markus Walther
Fiction
ACABUS Verlag
2013-03
241

„Das Buchland im Keller unter uns ist unglaublich viel mehr, als diese Aneinanderreihung von gefüllten Regalen. Dort findet man billige Klischees, abgedroschene Fantasien und halbe Wahrheiten direkt neben den großen göttlichen Ideen, die die Welt veränderten. Die ganze Kreativität der Menschheit.“ Dieses Antiquariat ist nicht wie andere Buchläden! Das muss auch die gescheiterte Buchhändlerin Beatrice feststellen, als sie notgedrungen die Stelle im staubigen Antiquariat des ebenso verstaubt wirkenden Herrn Plana annimmt. Schnell merkt sie allerdings, dass dort so manches nicht mit rechten Dingen zugeht: Wer verbirgt sich hinter den so antiquiert wirkenden Stammkunden „Eddie“ und „Wolfgang“? Und welche Rolle spielt Herr Plana selbst, dessen Beziehung zu seinen Büchern scheinbar jede epische Distanz überwindet? Doch noch ehe Beatrice all diese Geheimnisse lüften kann, gerät ihr Mann Ingo in große Gefahr und Beatrice setzt alles daran, ihn zu retten. Zusammen mit Herrn Plana begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch das mysteriöse Buchland. Dort treffen sie nicht nur blinde Buchbinder, griechische Göttinnen und die ein oder andere Leseratte, auch der Tod höchstpersönlich kreuzt ihren Weg. Und schon bald steht fest: Es geht um viel mehr, als bloß darum, Ingo zu retten. Vielmehr gilt es, die Literatur selbst vor ihrem Untergang zu bewahren! Markus Walther, der Autor der Kurzgeschichtensammlungen „EspressoProsa“ und „Kleine Scheißhausgeschichten“, entführt den Leser nun mit seinem ersten Roman in die phantastische Welt des Buchlandes. Ein Muss für jeden Bibliophilen!

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